Zuletzt angesehen: Jeremias - Kapitel 25

Jeremias - Kapitel 25

Jeremias - Kapitel 25

(Leander van Eß)

Weil die Juden den Ermahnungen, die Gott durch Jeremias und andere Propheten an sie habe ergehen lassen, nicht gehorcht hätten, darum sollen sie in die babylonische Gefangenschaft kommen, und siebzig Jahre darin bleiben. Nach dieser Zeit soll aber auch das babylonische Reich zerstört werden. Aber auch vielen andern Völkern kündigt Jeremias unter dem Bilde eines Taumelbechers den Untergang an.

1 Ausspruch, welcher geschah an Jeremias über das ganze jüdische Volk im vierten Jahre Jojakims, des Sohnes Josias, des Königes von Juda, welches das erste Jahr Nebukadnezars, des Königes von Babel war,
2 und welchen der Prophet Jeremias dem ganzen jüdischen Volke, und allen Einwohnern Jerusalems bekannt machte, indem er sprach:
3 Seit dem dreizehnten Jahre Josia's, des Sohnes Amon's, des Königes von Juda bis auf den heutigen Tag, diese drei und zwanzig Jahre hindurch, erging das Wort Jehova's an mich; und ich redete zu euch vom frühen Morgen an, und beständig; aber ihr habet nicht gehört.
4 Ueberdieß hat Jehova noch alle seine Diener, die Propheten, zu euch gesandt vom frühen Morgen an und beständig; aber ihr habet nicht gehört, und euer Ohr nicht zum Hören geneigt.
5 Sie sprachen: Jeder kehre doch von seinem schlechten Wege, und von seinen bösen Werken zurück, so sollet ihr im Lande bleiben, das Jehova euch und euren Vätern von Ewigkeit zu Ewigkeit gegeben hat.
6 Gehet den fremden Göttern nicht nach, ihnen zu dienen, und sie anzubeten; und reizet mich durch eurer Hände Werk nicht zum Zorne, daß ich euch nicht strafen muß.
7 Aber ihr habet nicht auf mich gehört, spricht Jehova, so daß ihr mich durch eurer Hände Werk zum Zorne reiztet, euch zum Bösen.
8 Darum spricht Jehova, der Weltenherrscher, also: Weil ihr meinen Worten nicht gehorcht habet;
9 sehet! so will ich, spricht Jehova, hinschicken, und alle Völker von Mitternacht kommen lassen, und Nebukadnezar, den König von Babel, meinen Diener; und sie führen gegen dieses Land, und gegen seine Bewohner, und gegen alle diese Völker ringsumher; mein Fluch soll über sie gehen, und ich will sie preisgeben der Verheerung, dem Spotte, und ewiger Verwüstung.
10 Ich lasse aufhören unter ihnen den Laut des Frohlockens, und den Laut der Freude, die Stimme des Bräutigams, und die Stimme der Braut, das Geräusch der Mühlen, und das Licht der Leuchte.
11 Ja dieses ganze Land soll zur Einöde, soll zur Wüste werden, und diese Völker sollen dem Könige von Babel siebzig Jahre unterwürfig seyn.
12 Doch es wird geschehen, wenn voll sind die siebzig Jahre, so werde ich den König von Babel, und sein Volk, und das Land der Chaldäer wegen ihrer Missethat strafen, und es zur ewigen Wüste machen.
13 So will ich an diesem Lande alle Aussprüche vollziehen, die ich an dasselbe gethan habe, Alles, was in diesem Buche aufgezeichnet ist, was Jeremias wider alle Völker geweissagt hat.
14 Denn viele Völker, und große Könige werden sie unterjochen, so daß ich ihnen vergelten werde nach ihrem Thun, und nach ihrer Hände Werk.
15 Denn so sprach Jehova, der Gott Israels zu mir: Nimm aus meiner Hand diesen Becher Zornwein, und gib ihn zu trinken allen den Völkern, an welche ich dich sende.
16 Trinken sollen sie, taumeln, und sinnlos werden vor dem Schwerte, das ich unter sie senden will.
17 Da nahm ich aus der Hand Jehova's den Becher, und gab ihn zu trinken allen den Völkern, an die Jehova mich sandte;
18 nämlich Jerusalem, und den Städten Juda's, und ihren Königen, und ihren Fürsten, um sie zur Einöde, und zur Wüste, zum Spott und Fluch zu machen, wie zu dieser Zeit;
19 auch Pharao, dem Könige von Aegypten, und seinen Dienern, und seinen Fürsten, und seinem ganzen Volke;
20 und dem ganzen gemischten Haufen, und allen Königen im Lande Uz, und allen Königen des Philisterlandes, Askalon, Gaza, Ekron, und dem Ueberreste Asdods;
21 Edom, und Moab, und den Söhnen Ammons;
22 und allen Königen von Tyrus, und allen Königen von Zidon, und allen Königen des Insellandes, das jenseits des Meeres ist;
23 Dedan, und Thema, und Bus, und Allen, deren Haar am Ende abgeschnitten ist;
24 und allen Königen von Arabien, und allen Königen des gemischten Haufens, die in der Wüste sich aufhalten;
25 und allen Königen von Simri, und allen Königen von Elam, und allen Königen von Madai;
26 und allen Königen des Nordens, den nahen und fernen, einem wie dem andern, ja allen Reichen der Erde, die auf der Oberfläche der Erde sind; aber nach diesen soll auch der König von Sesach trinken.
27 Sage zu ihnen: So spricht Jehova, der Weltenherrscher, der Gott Israels: Trinket, werdet trunken, erbrechet euch, und stürzet hin, ohne wieder aufzustehen, vor dem Schwerte, das ich unter euch sende.
28 Und wenn sie sich weigern, den Becher aus deiner Hand zu nehmen, und zu trinken; so sage ihnen: So spricht Jehova, der Weltenherrscher: Ihr sollet trinken!
29 Denn siehe! in der Stadt, die nach meinem Namen genannt ist, fange ich an, Uebel anzurichten; und ihr wollet ungestraft bleiben? Ihr werdet nicht ungestraft bleiben; denn ich rufe das Schwert über alle Bewohner der Erde, spricht Jehova, der Weltenherrscher.
30 Weissage ihnen alle diese Worte, und sprich zu ihnen: Jehova brüllet aus der Höhe, und aus seinem heiligen Sitze läßt er seine Stimme hören. Laut brüllet er über seine Wohnung; ein Rufen, gleich den Keltertretern, läßt er erschallen an alle Erdenbewohner.
31 Das Geräusch brauset bis an der Erde Grenzen hin; denn einen Streit hat Jehova mit den Völkern; er rechtet mit allem Fleische; die Schuldigen gibt er dem Schwerte hin, spricht Jehova.
32 So spricht Jehova, der Weltenherrscher: Siehe! das Unglück geht von Volk zu Volk; ein großer Sturm erhebt sich von der Erde Grenzen her.
33 Und es werden an diesem Tage die Erschlagenen Jehova's liegen von dem einen Ende der Erde bis zum andern, unbetrauert, unaufgehoben, unbegraben; zu Mist werden sie auf der Erde werden.
34 O! heulet ihr Hirten, und klaget laut! bestreuet euch mit Asche, ihr Großen der Heerde! den voll sind eure Tage zum Schlachten; zerschmettern will ich euch, und hinfallen sollet ihr wie ein köstliches Gefäß.
35 Es bleibt den Hirten keine Flucht übrig, und den Großen der Heerde keine Rettung!
36 Es ertönt ein Klaggeschrei der Hirten, und ein Heulen der Großen der Heerde! den Jehova verwüstet ihre Weideplätze.
37 Ja verwüstet werden die die friedlichen Auen vor der Zorngluth Jehova's.
38 Dem jungen Löwen gleich verläßt er seine Wohnung; ihr Land wird zur Wüste vor dem verheerenden Grimme, und vor seiner Zorngluth.

Cookies helfen bei der Bereitstellung von Inhalten. Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies auf Ihrem Computer gespeichert werden. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzerklärung gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
andachtsbibel/at/jer/kapitel_25.txt · Zuletzt geändert: von 127.0.0.1