Zuletzt angesehen: Jeremias - Kapitel 14

Jeremias - Kapitel 14

Jeremias - Kapitel 14

(Leander van Eß)

Bei einer großen Dürre und Unfruchtbarkeit des Landes, die rührend beschrieben werden, sieht das Volk zu Gott. Es bekennt seine Sünden, und fleht um Vergebung und Hülfe durch Worte des Propheten. Gott aber erklärt sich wider das Volk, und verbietet dem Propheten, für sie zu bitten.

1 Ausspruch Jehova's, welcher geschah an Jeremias wegen einer Dürre:
2 Juda trauert, und seine Städte schmachten, man sitzt zur Erde in Trauer gehüllt; es steigt auf Jerusalems Geschrei.
3 Ihre Vornehmen schicken die Geringen aus nach Wasser. Diese kommen zu den Wasserplätzen, finden kein Wasser, gehen mit ihren leeren Gefäßen zurück, schämen sich, und werden zu Schanden, und verhüllen ihr Haupt.
4 Wegen des Bodens, der ganz zerstaubt, weil kein Regen fällt im Lande, sind beschämt die Ackerleute, und verhüllen ihr Haupt.
5 Sogar die Hirschkuh auf dem Felde verläßt die Jungen, die sie geworfen hat, weil kein Gras da ist.
6 Es stehen die wilden Esel auf den Hügeln, sie schnappen nach Luft, wie die Schakale, ihre Augen schwinden hin, weil nichts grünes da ist.
7 Da unsere Sünden wider uns zeugen, Jehova! so hilf um deines Namens willen. Ja, unserer Verbrechen sind viele, wider dich haben wir gesündigt.
8 O Hoffnung Israels, und sein Erretter zur Zeit der Noth! warum bist du wie ein Fremder im Lande, wie ein Reisender, der sein Zelt aufschlägt, um zu übernachten?
9 Warum bist du wie ein Mann, der plötzlich überfallen ist, wie ein Held, der nicht retten kann? Doch, Jehova! du bist in unserer Mitte, nach deinem Namen werden wir genannt; verlaß uns nicht!
10 So spricht Jehova von diesem Volke: Sie haben es gern, daß ihre Füße ausschweifen, sie halten sich nicht zurück; deßhalb hat Jehova an ihnen kein Wohlgefallen. Jetzt gedenkt er ihrer Schuld, und straft ihre Sünden.
11 Darauf sprach Jehova zu mir: Bitte nicht um Wohlergehen für dieses Volk.
12 Mögen sie auch fasten; ich erhöre ihr Flehen nicht; mögen sie Brand- und Speisopfer bringen; ich habe kein Wohlgefallen an ihnen; ja aufreiben will ich sie durch's Schwert, Hunger und Pest.
13 Ich antwortete: Ach, Herr Jehova! sieh! die Propheten sagen zu ihnen: Ihr werdet kein Schwert sehen, und Hungersnoth wird euch nicht treffen; sondern dauerhaften Frieden will ich euch an diesem Orte verleihen.
14 Und Jehova erwiderte mir: Lügen verkündigen jene Propheten unter meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, und ihnen nichts aufgetragen, und zu ihnen nicht geredet. Falsche Gesichte, und Wahrsagung, Nichtiges und Betrug ihres Herzens verkündigen sie euch.
15 Darum spricht Jehova also: Was jene Propheten betrifft, die in meinem Namen verkündigen, ohne daß ich sie gesandt habe, und die aussagen: Schwert und Hungersnoth wird nicht seyn in diesem Lande; so sollen eben diese Propheten durch's Schwert und durch Hunger aufgerieben werden.
16 Und das Volk, dem sie weissagen, soll auf die Straßen Jerusalems hingestreckt werden vom Hunger, und vom Schwerte, und Niemand soll seyn, der sie begräbt, sie, ihre Weiber, ihre Söhne und Töchter. So werde ich die Strafe ihres Frevels über sie ausschütten.
17 Sage ihnen diesen Ausspruch: Tag und Nacht baden sich meine Augen in Thränen, und hören nicht auf; denn die Jungfrau, Tochter meines Volkes, leidet große Niederlage, die Wunde ist sehr schmerzhaft.
18 Gehe ich auf's Feld, siehe da Erwürgte durch's Schwert! Komme ich in die Stadt, siehe da vom Hunger Hingestreckte! sowohl Propheten als Priester wandern nach einem Lande, das sie nicht kennen.
19 Hast du denn Juda ganz verworfen? Hat Widerwillen deine Seele an Zion? Warum schlägst du uns, daß uns Niemand heilen kann? Warum hofften wir Frieden, und kam kein Glück? und warum harrten wir auf Rettungszeit, und siehe Schrecken!
20 Jehova! wir erkennen unser Verbrechen, die Sünde unserer Väter. Ja, wir haben wider dich gesündigt.
21 Um deines Namens willen verwirf, und entehre nicht deinen herrlichen Thron! Bedenke doch, hebe deinen Bund mit uns nicht auf!
22 Wer unter den nichtigen Götzen der Völker kann regnen lassen? Und wenn der Himmel Wasser ergießt, bist du es nicht, Jehova, unser Gott? Darum hoffen wir auf dich; denn du thust dieß Alles.

Cookies helfen bei der Bereitstellung von Inhalten. Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies auf Ihrem Computer gespeichert werden. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzerklärung gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
andachtsbibel/at/jer/kapitel_14.txt · Zuletzt geändert: von 127.0.0.1