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Hiob - Kapitel 35

Hiob - Kapitel 35

(Leander van Eß)

Elihu erwiedert auf die Aeußerung Hiob's, daß ihm seine Frömmigkeit nichts nütze; es sey des Menschen eigene Schuld, wenn ihn Gott nicht erhöre.

1 Und Elihu hob an, und sprach:
2 Hältst du das schon für Rechtsentscheidung, wenn du sprichst: „Ich bin gerecht vor Gott!“
3 Sprichst du: „Was nützt es dir? Was gewinne ich mehr, als wenn ich sündigte?“
4 So will ich dir Antwort geben, und deinen Freunden mit dir.
5 Schaue den Himmel und siehe! blicke zu den Wolken, höher sind sie, als du!
6 Wenn du sündigest, was kannst du ihm thun? Und sind deiner Vergehungen noch so viele, was kannst du ihm machen?
7 Bist du gerecht, was kannst du ihm geben? Oder was kann er aus deiner Hand empfangen?
8 Menschen deines Gleichen schadet deine Bosheit; dem Menschensohne nutzet deine Gerechtigkeit.
9 Wegen mancherlei Bedrückungen schreiet man; klagt über die Gewaltthat der Großen.
10 Aber Keiner spricht: „Wo ist Gott mein Schöpfer? der Lobgesänge verleihet in der Nacht;
11 der uns Verstand gab vor den Thieren der Erde; und uns Weisheit gab vor den Vögeln des Himmels.“
12 Da schreien sie, doch antwortet er nicht, wegen des Uebermuths des Bösen.
13 Freilich umsonst! - Gott hört nicht; und der Allmächtige schauet nicht darauf.
14 Auch wenn du sprichst: „Du siehest ihn nicht;“ so ist schon Gericht vor ihm, warte nur auf ihn!
15 Und wenn sogleich nicht straft sein Zorn; soll er darum nicht merken auf den Frevel gar sehr?
16 Ja, Hiob öffnet eitel den Mund; ohne Einsicht schwätzt er der Worte viel.

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