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Ezechiel - Kapitel 29

Ezechiel - Kapitel 29

(Leander van Eß)

Weissagung wider Aegypten. Es soll von Nebukadnezar erobert werden.

1 Im zehnten Jahre, am zwölften Tage des zehnten Monats, geschah der Ausspruch Jehova's an mich, indem er sprach:
2 Menschensohn! richte dein Angesicht gegen Pharao, den König von Aegypten, und weissage wider ihn, und wider ganz Aegypten,
3 rede, und sprich: So spricht der Herr Jehova: Siehe! ich bin wider dich, Pharao, König von Aegypten! du großes Wasserthier, das in der Mitte seiner Ströme liegt, und spricht: Der Strom ist mein, ich habe ihn mir gemacht.
4 Ich will dir einen Ring in die Kinnbacken legen, und die Fische deiner Ströme an deine Schuppen sich hängen lassen. Dann will ich dich herausziehen aus der Mitte deiner Ströme, mit allen Fischen deiner Ströme, die an deinen Schuppen hängen;
5 und dich mit allen Fische deiner Ströme in die Wüste werfen. Du sollst auf das Land fallen, nicht aufgenommen, und nicht gesammelt werden; den Thieren des Feldes, und den Vögeln de Himmels will ich dich zum Fraß hingeben.
6 Dann sollen alle Bewohner Aegyptens erfahren, daß ich Jehova bin; weil du dem Hause Israels ein Rohrstab warest.
7 Wann sie dich in die Hand nahmen, so zerbrachest du, und durchstachest ihnen die ganze Schulter; und wann sie sich auf dich lehnten, zerknicktest du, und machtest ihnen die ganzen Lenden wanken.
8 Darum spricht der Herr Jehova also: Siehe! ich will das Schwert wider dich bringen, und Menschen und Vieh aus dir vertilgen.
9 Das Land Aegypten soll zur Wüste und Einöde werden, und sie sollen erfahren, daß ich Jehova bin, weil er gesagt: Der Strom ist mein, und ich habe ihn gemacht.
10 Siehe! deßwegen bin ich wider dich, und wider deine Ströme; und ich will das Land Aegypten machen zur gänzlichen Einöde, und zur Wüste von Migdol bis nach Siene, und bis an die Grenzen Aethiopiens.
11 Keines Menschen Fuß soll es durchwandern, und keines Thieres Fuß soll es betreten; und unbewohnt soll es bleiben vierzig Jahre lang.
12 Und ich will das Land Aegypten zu einer Wüste machen mitten unter verwüsteten Ländern, und seine Städte sollen verwüstet liegen mitten unter verödeten Städten vierzig Jahre lang; und die Aegyptier will ich unter die Völker zerstreuen, und in den Ländern herumirren lassen.
13 Doch spricht der Herr Jehova also: Nach vierzig Jahren will ich die Aegyptier wieder sammeln aus den Völkern, unter die sie zerstreuet waren;
14 und die gefangenen Aegyptier zurückbringen, und sie führen in das Land Pathros, in ihr Vaterland, und daselbst sollen sie ein unansehnliches Reich seyn.
15 Es soll niedriger seyn, als andere Königreiche, und sich nicht mehr erheben über die Völker; und ich will es klein machen, daß es nicht mehr über die Völker herrschen kann.
16 Und dem Hause Israels soll es nicht mehr ein Gegenstand des Vertrauens seyn; es soll sich erinnern an den Frevel, daß jenes sich nach ihm umsah; und sie sollen erkennen, daß ich der Herr Jehova bin.
17 Im sieben und zwanzigsten Jahre, am ersten Tage des ersten Monats, geschah der Ausspruch Jehova's an mich, indem er sprach:
18 Menschensohn! Nebukadnezar, der König von Babel, hat sein Kriegsheer einen großen Dienst thun lassen wider Tyrus; jedes Haupt ist kahl; und jede Schulter haarlos geworden. Und doch ist ihm, und seinem Heere, von Tyrus kein Lohn geworden für den Dienst, den er vor ihr that.
19 Darum spricht der Herr Jehova also: Siehe! ich will Nebukadnezar, dem Könige von Babel, das Land Aegypten geben; er soll dessen Volk wegführen, es gänzlich berauben und ausplündern; das soll der Lohn seyn für sein Heer.
20 Für die Mühe, welche er darauf angewandt hat, will ich ihm das Land Aegypten geben; weil sie es für mich gethan haben, spricht der Herr Jehova.
21 Zu dieser Zeit will ich das Horn des Hauses Israels wachsen lassen, und dir (Prophet!) in ihrer Mitte den Mund öffnen. Dann sollen sie erfahren, daß ich Jehova bin.

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