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Ezechiel - Kapitel 11

Ezechiel - Kapitel 11

(Leander van Eß)

Schluß des Gesichtes. Der Prophet kündigt den ruchlosen Vorgesetzten der Israeliten die göttliche Strafe an, fällt alsdann auf sein Angesicht, fragt Gott, ob denn nichts von dem Volke Israels übrig bleiben solle, und erhält die Zusicherung, daß die Gefangenen wieder in ihr Vaterland zurückkommen würden. Jehova entfernt sich dann auch von der Stadt, und der Prophet wird wieder an den Fluß Chebar versetzt, und erzählt daselbst, was er gesehen.

1 Und mich erhob ein Geist, und brachte mich an das östliche Thor des Hauses Jehova's, welches nach Morgen zu steht. Und siehe! am Eingang des Thores waren fünf und zwanzig Männer; und unter ihnen sah ich Jaasanja, Assur's Sohn, und Pelatja, Benaja's Sohn, die Vornehmsten des Volkes.
2 Und er (Gott) sprach zu mir: Menschensohn! diese Männer haben Bosheit im Sinne, und ertheilen bösen Rath in dieser Stadt.
3 Sie sagen: Es ist nicht so nahe; laßt uns Häuser bauen. Diese (Stadt) ist der Topf, und wir sind das Fleisch.
4 Weissage also wider sie, weissage, Menschensohn!
5 Und der Geist Jehova's fiel auf mich, und sprach zu mir: Sage, so spricht Jehova: So habet ihr geredet, ihr vom Hause Israels! und die Gedanken eures Herzens kenne ich.
6 Ihr habet Viele getödtet in dieser Stadt, und ihre Straßen mit Ermordeten angefüllt.
7 Deßwegen spricht der Herr Jehova also: Die von euch in ihr Getödteten sind das Fleisch, und sie ist der Topf, und euch will ich aus ihrer Mitte führen.
8 Das Schwert fürchtet ihr; das Schwert will ich über euch bringen, spricht der Herr Jehova.
9 Und ich will euch aus ihrer Mitte führen, und in die Hand der Fremden geben, und euch strafen.
10 Durch's Schwert sollet ihr fallen; an der Grenze Israels will ich euch richten; und ihr sollet erfahren, daß ich Jehova bin.
11 Sie soll für euch nicht der Topf, und ihr sollet nicht das Fleisch darin seyn; an der Grenze Israels will ich euch richten.
12 Und ihr sollet erfahren, daß ich Jehova bin, nach dessen Geboten ihr nicht gewandelt, dessen Vorschriften ihr nicht erfüllt habet; sondern ihr habet nach den Vorschriften der Heiden gehandelt, die um euch her wohnen.
13 Und es geschah, während ich weissagte, da starb Pelatja, Benaja's Sohn. Und ich fiel auf mein Angesicht, und schrie mit lauter Stimme, und sprach: Ach, Herr Jehova! willst du denn den ganzen Rest Israels aufreiben?
14 Und es geschah der Ausspruch Jehova's an mich, indem er sprach:
15 Menschensohn! deine Brüder, deine Brüder, deine Verwandten, und das ganze Haus Israels sind es, zu welchen die Einwohner von Jerusalem sprachen: Entfernet euch von Jehova, uns ist das Land zum Besitz gegeben.
16 Darum sage: So spricht der Herr Jehova: Obgleich ich sie weit unter die fremden Völker gebracht, und sie in den Ländern zerstreut habe; so will ich ihnen doch bald in den Ländern, wohin sie gekommen sind, zum Heiligthum werden.
17 Deßwegen sage: So spricht der Herr Jehova: Ich will euch zusammen bringen aus den Völkern, und euch sammeln aus den Ländern, wohin ich euch zerstreuet habe, und euch das Land Israels wiedergeben.
18 Sie sollen wieder dahin kommen, und werden dann alle seine Schändlichkeiten und Gräuel daraus entfernen.
19 Ich werde ihnen Ein Herz, und einen neuen Geist in ihr Inneres geben, und wegschaffen aus ihrem Leibe das steinerne Herz, und ihnen ein fleischernes Herz geben;
20 daß sie nach meine Geboten wandeln, und meine Vorschriften beobachten, und ausüben. Und sie sollen mein Volk, und ich will ihr Gott seyn.
21 Was aber das Herz derer betrifft, die nach ihren Schändlichkeiten und Gräueln wandeln; so werde ich ihr Betragen auf ihren Kopf legen, spricht der Herr, Jehova.
22 Und es schwangen die Cherubim ihre Flügel, und die Räder folgten ihnen; und die Herrlichkeit des Gottes Israels war über ihnen.
23 Und es erhob sich die Herrlichkeit Jehova's aus der Stadt, und ließ sich auf dem Berge nieder, welcher auf der Morgenseite der Stadt liegt.
24 Mich aber hob ein Geist in die Höhe, und brachte mich im Gesichte, im Geiste Gottes nach Chaldäa zu den Gefangenen; und das Gesicht, welches ich gesehen hatte, entschwand mir.
25 Ich theilte hierauf den Gefangenen alle Aussprüche Jehova's mit, die er mir geoffenbaret hatte.

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